Warum ich mich nicht mehr gegen ehrenamtliche Tätigkeit wehre

Ehrenamtliche Tätigkeit habe ich während all meiner arbeitslosen Jahre abgelehnt, weil ich keine unbezahlte Beschäftigungstherapie wollte, sondern eine Tätigkeit, mit der ich mir auch einige Euros hinzu verdienen könnte. Vorteile habe ich darin keine gesehen – und damit das gemacht, was ich an anderen immer wieder kritisiere: Ich habe in rein finanzieller Kategorie gedacht und mir damit über die Jahre selbst geschadet.

Bereits nach drei Wochen ehrenamtlicher Tätigkeit in einem Altenheim sehe und spüre ich die Vorteile, vor denen ich jahrelang meine Augen und Sinne verschlossen habe:
*   Es baut mich auf, wieder eine verantwortungsvolle Aufgabe zu haben.
*   Die Freude der Oldies motiviert mich und zeigt mir zugleich meine menschlichen Werte.
*   Ich komme wieder in Gespräche mit Menschen und stelle fest, dass mir über die arbeitslosen Jahre doch so einiges an Kommunikationsfähigkeit verloren gegangen ist, dass ich jetzt wieder auffrischen und ausbauen kann.
*   Ich fühle mich in der übrigen Zeit schon etwas ruhiger und gelassener.
*   Mit dem Abschied von meiner krampfhaften Suche nach bezahlter Arbeit und der Annahme einer ehrenamtlichen Tätigkeit fühle ich mich von einer großen Last befreit.

Im Rückblick denke ich: Wäre ich schon vor Jahren offen für ehrenamtliche Tätigkeit gewesen, hätte sich das möglicherweise auf meine schriftlichen Bewerbungen und meine Vorstellungsgespräche vorteilhaft ausgewirkt.

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