Hilflos in der Arbeitswelt

Seit ziemlich genau einem Jahr bin ich nun Rentner. Und was hat sich an meiner Lage geändert? Im zwischenmenschlichen Bereich sehr viel. Aber in meinem Bemühen, auch materiell wieder ein Stück auf die Beine zu kommen, muss ich nach wie vor nach dem Motto handeln Außer Spesen nichts gewesen. Die Suche nach einer 450-Euro-Stelle gestaltet sich genau so schwierig wie meine seinerzeitige Suche nach einer Vollzeitstelle. Bewerbe ich mich schriftlich, erhalte ich oft gar keine Antwort. Spreche ich persönlich vor, soll ich mich schriftlich bewerben und erhalte kurzfristig eine Absage oder gar keine Antwort. Dasselbe geschieht, wenn ich versuche, mich telefonisch zu bewerben.

Es gibt so viele Seiten im Netz, die Stellen anbieten, dass ich damit meine Wohnung tapezieren könnte. Und so habe ich mir gezielt zwei Seiten heraus gesucht, auf denen ich suche. Ich hatte auch schon längere Telefongespräche mit Arbeitgebern, die letztendlich auch in eine Absage führten. Und ohne einen Zusatzverdienst werde ich irgendwann einmal mit einem schlichten Nichts geht mehr das Handtuch werfen müssen. Und das will ich nicht!!! Ich bin auch schon meine Ausgaben durch gegangen und habe mal wieder gekürzt. Und da bin ich auch am Ende der Fahnenstange. Monatlich 200 Euro zum „Leben“ lassen mich nicht gerade entspannt leben.

Mir fällt aber auch gar nichts mehr ein, wie ich einen Arbeitgeber von meiner Mitarbeit überzeugen könnte. Das geht auch gar nicht, weil man sich weder im privaten noch im beruflichen Bereich einem Menschen aufdrängen kann. Wenn die Arbeitgeber mich seit etwa 25 Jahren nicht wollen, dann wollen sie mich nicht – da kann ich noch so viele Kopfstände und Verrenkungen machen. Ab Mai nächsten Jahres kann ich zwar unbegrenzt hinzu verdienen, doch ob das für mich von Vorteil ist, wage ich mal sehr anzuzweifeln.

Und was bleibt mir noch? Mich weiter zu bewerben in der Hoffnung, dass auch ein blindes Huhn mal ein Korn findet. Na, dann mal viel Erfolg!

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