Mein Leben auf den Kopf gestellt

Bisher kannte ich es nur aus Büchern und Filmen, dass ein einzelner ins Leben tritt und so ziemlich das ganze Leben auf den Kopf stellt. Und nun ist es mir selbst auch geschehen oder besser geschieht immer noch.

Da kommt vor drei Monaten eine Frau vorbei und meint, nun sei sie da und würde mal eben mein Leben auf den Kopf stellen. Ich dachte mir, die Frau hat Mut und habe sie neugierig und zweifelnd in mein Leben gelassen. Und nun ist sie da. Und ich habe so ganz und gar nicht vor, sie wieder gehen zu lassen, obwohl es nicht nur spannend, sondern manches Mal auch recht anstrengend zusammen mit uns ist.

Nach mehr als zehn Jahren des Alleine-Lebens ist es für mich in manchen Dingen schon eine erhebliche Umstellung, vom Ich wieder zum Wir zu kommen: Sei es meine Wohnung (da war erst mal Eichhörnchen-Arbeit nötig), seien es verlernte Verhaltensweisen, die ich in Bezug auf soziale Kontakte wieder auffrischen oder erlernen muss. Von meinem „wahnsinnig hohen“ Fleiß und meiner „außerordentlichen“ Leistungsbereitschaft möchte ich hier gar nicht reden.

Leider ist das Leben hier auf Erden nicht immer Friede-Freude-Eierkuchen und so sind wir auch bemüht, eine friedvolle und achtungsvolle Streitkultur aufzubauen, was nicht gerade zu unseren leichteren Vorhaben gehört. Doch wir sind miteinander sehr verbunden und so bemühen wir uns trotz Rückschlägen und Niederlagen, uns immer weiter aufeinander zuzubewegen. Rückschläge und Niederlagen werden immer weniger und wir nutzen sie, uns immer besser und inniger zu verstehen und tolerant miteinander umzugehen. Das Schlimmste, das wir uns vorstellen können, wäre Stillstand – das wäre der Anfang vom Ende.

Unser gemeinsames Leben, in dem jeder dem anderen seine Persönlichkeit lässt und sie unterstützt, hat gerade erst angefangen. Da wird noch viel geschehen. Es ist und bleibt spannend!

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