Erlebnisse meiner Kindheit [3]

Die Jahre an meinem Gymnasium in Mettmann (gefühlsmäßig fühle ich mich dieser Zeit noch sehr nah und verbunden) war die Zeit der 68er. Und wir waren entsprechend politisiert, was sich auch in so manchem Unterrichtsinhalt ausdrückte. In diesen Jahren wurden meine politischen Grundlagen gelegt und gefestigt. Dabei habe ich mich nie blind auf andere verlassen, sondern hatte immer auch meinen eigenen Kopf und meine eigene Zunge.

Auch in Mettmann gab es Demonstrationen gegen jede Art von Krieg und für Frieden. Bei einer dieser Demonstrationen hielt uns ein älterer Mann vor: „Ihr habt überhaupt kein Recht, gegen den Krieg zu sein, weil ihr noch keinen Krieg mit gemacht habt.“ Das hat uns die Sprache verschlagen. Wir waren erst mal platt. Ob wir mit diesem Mann dann noch diskutiert haben, weiß ich nicht mehr.

Es gibt Lebenssituationen, die man erst wirklich versteht, wenn man sie selbst erlebt und durchlebt habt. Aber ich muss auf gar keinen Fall an einem Krieg teilnehmen, um zu wissen, dass ich gegen jede wie auch immer geartete Art von Krieg bin.

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