Ärzte mit Netz und doppeltem Boden

Bei meiner aktuellen Zahnwurzelbehandlung ist mir wieder einmal unangenehm aufgestoßen, dass ich eine Einwilligungserklärung unterschreiben musste. In der Regel geht einer solchen Erklärung ein Arzt-Patienten-Gespräch voraus. In jeder dieser Erklärungen steht sinngemäß, dass ich alles verstanden habe, der Arzt mich eingehend und umfassend aufgeklärt hat und ich alles verstanden habe. Das kann ich als Patient und medizinischer Laie doch gar nicht wissen und beurteilen. Denn wüsste ich es, bräuchte ich kein „Aufklärungsgespräch“. Hiermit sichert sich der Arzt – und davon bin ich überzeugt – gegen Regressansprüche seitens des Patienten ab. Das wäre überhaupt nicht nötig, weil einem Arzt kraft seines Status in der Gesellschaft und in der Rechtsprechung menschliche und fachliche Qualifikationen zugestanden werden, die er oft gar nicht hat. Mal abgesehen davon, dass ich (wahrscheinlich stehe ich damit nicht alleine) weder die nervliche noch die finanzielle Kraft hätte, einen Klageprozess durchzustehen. Zudem wird mir ein derartiger Prozess schon dadurch unmöglich gemacht, weil ich als Patient den Behandlungsfehler nachweisen muss und nicht der Arzt beweisen muss, dass er keinen Behandlungsfehler begangen hat. Leider habe ich versäumt, meinen Arzt zu fragen, ob er mich auch behandeln würde, wenn ich die Einwilligungserklärung nicht unterschreibe.

Ärzte haben offensichtlich in der Politik eine Lobby, die es ihnen möglich macht – ob da wohl auch Korruption im Spiel ist?!? – Gesetze gegen den Patienten zu erreichen. Letztlich steckt in einer solchen Einwilligungserklärung auch meine Einwilligung als Patient, dass ich in die Behandlungsfehler des behandelnden Arztes einwillige. Denn welchen Sinn sollte eine solche Erklärung sonst haben! Eine formaljuristische Absicherung? Dafür würden wesentlich kürzere Text von und ganz reichen.

Wie steht Ihr dazu? Machen Euch solche Unterschriften kein Kopfzerbrechen? Wie weit vertraut Ihr Euren Ärzten?

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