Es schmerzt dennoch

Vielleicht hat es sich ja schon in größeren Kreisen herum gesprochen, dass es Menschen gibt, für die das Sprichwort „Jeder ist seines Glückes Schmied“ heftiger Zynismus ist. In unserer Leistungsgesellschaft bist du leider ziemlich schnell außen vor, wenn Du unterhalb der Armutsgrenze leben musst. Es gibt nun einmal sehr viele Unternehmungen, die ohne Geld nicht machbar sind: Urlaub, Kultur, Reisen, Schön-Essen-Gehen (um nur einige zu nennen). Und es gibt bestimmt den ein oder anderen Leser, der mir zustimmen kann, dass Armut auch Beziehungen erschwert, weil man außerstande ist, schöne Dinge miteinander zu erleben und zu genießen – und aus diesen Gründen von anderen Menschen auf Abstand gehalten wird.

Und trotz dieses Wissens schmerzt es mich immer wieder, wenn ich offene und ehrliche Antworten bekomme wie diese:

„Ich unternehme viel und dafür braucht man Geld. Ich war dieses Jahr 6x in Urlaub und da kannst Du natürlich nicht mithalten. Schade….“

Das letzte Wort weist darauf hin, dass wir uns gefühlsmäßig zugetan waren. Nichtsdestotrotz wurde hier das Finanzielle über das Gefühlsmäßige gestellt. Ich weiß um das Dilemma, wenn einer Geld hat und der andere hat keins. Wenn sich eine solche Situation in einer langjährigen Beziehung entwickelt ist das immer noch etwas ganz Anderes als wenn man/frau sich gerade erst kennen lernt.

Nachvollziehbar und dennoch schmerzhaft!

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