Wenn Kommunikation an ihr Ende gerät

Leider konnte ich in diesem Konflikt trotz mehrfacher Versuche nicht zu einer einvernehmlichen Lösung mit den „sehr guten Bekannten“ (die ich im folgenden „Zwillinge“ nenne, was sie auch tatsächlich sind) kommen. Bei mir wichtigen Menschen gebe ich so schnell nicht auf, darum auch die verschiedenen Anläufe. Als erstes fand auf meine Initiative hin am 25. Januar ein persönliches Treffen statt. Bereits im Vorfeld hatte ich darauf hingewiesen, dass mir eine entspannte Atmosphäre wichtig sei. Leider spürte ich schon bei meiner Ankunft, dass die Zwillinge sehr unter Zeitdruck standen. So habe ich dann – ich war noch nicht richtig entspannt – ziemlich früh die Frage gestellt: „Wärt ihr wieder auf mich zugekommen, wenn ich nicht den ersten Schritt getan hätte?“ Diese Frage wurde von den Zwillingen in einer für mich überraschend groben und verletzenden Weise zurück gewiesen.

Danach habe ich von den Zwillingen wochenlang nichts mehr gehört, so dass ich mich zu einem weiteren Versuch veranlasst sah und ihnen am 4. März geschrieben habe:

ich möchte Euch gerne noch einmal die Frage stellen, die Ihr mir bei unserem Blitz-Treffen am 25. Januar nicht beantwortet habt – aus welchen Gründen auch immer:
    Wärt Ihr wieder auf mich zu gekommen, wenn ich nicht auf Euch wieder zu gegangen wäre?
Ich wünsche mir nur eine offene und ehrliche Antwort von jedem von Euch – mehr nicht! Nur Eure Antworten, keine Diskussionen.

Darauf bekam ich die folgende Antwort,

… wenn man nicht in der Lage ist zu diskutieren
oder etwas zu besprechen, wie kann es da ein Mitein-
ander geben?

die für mich bis heute nicht nachvollziehbar ist. Wer hat denn das Gespräch gesucht? Das war ja wohl ich.  Mir ist es vollkommen gleich, wer wie oft ein Gespräch sucht, weil für mich entscheidend ist, dass es zu einem Gespräch kommt.

Ich habe dann nochmal eine Klarstellung versucht:

unser letztes Treffen bot gar keine Möglichkeit für einen Austausch. Ich hatte im Vorfeld ausdrücklich darauf hingewiesen, dass ich in entspannter Atmosphäre reden wollte. Das war aber gar nicht möglich, weil Ihr es sehr eilig hattet. Und somit blieb mir keine andere Möglichkeit, als schnell meine Frage zu stellen – mit den entsprechenden Folgen.
Es ist mir schleierhaft, warum Du meine Frage auch jetzt nicht ernst nimmst und mich indirekt (ich denke, mit „man“ meinst Du mich) dafür verantwortlich machst, warum Du meine Frage nicht beantworten willst. Und dabei habe ich in meiner letzten Email geschrieben, dass ich nur eine Antwort will und auch bereit bin, auf einen Austausch darüber zu verzichten, weil ich Angst habe, dass Du/Ihr meine Frage weiterhin nicht beantworten wollt. Ich kann diese Weigerung ganz und gar nicht verstehen.

Eine Antwort habe ich nicht erhalten.

Zwischenzeitlich waren wir uns auf einer Veranstaltung begegnet, haben uns kurz und distanziert begrüßt. Die Atmosphäre war jedoch schneidend kalt. Unter diesem Eindruck habe ich den Zwillingen die folgende Email geschrieben:

ich hatte immer noch das kleine Fünkchen Hoffnung, dass wir unseren Kontakt wieder auf die Reihe bringen könnten. Doch die eisige und ablehnende Stimmung während der Veranstaltung im Bürgerbahnhof hat mir diese Hoffnung genommen. Zwar habe ich es mir so gut wie gar nicht vorstellen können, dass wir uns je entzweien könnten, doch es ist geschehen. Die sprachliche wie nichtsprachliche Kommunikation zwischen uns ist zusammen gebrochen und liegt nun in Scherben. Die Brücken sind eingestürzt.

Ich stehe zu diesen Worten, die mir dennoch leid getan haben, weil ich trotz der Umstände nicht einzusehen vermag, dass eine so langjährige und in meinen Augen auch stabile Beziehung auseinander gehen kann, darf, . . . Das habe ich den Zwillingen auch geschrieben:

meine letzte Email habe ich Euch unter dem Einfluss unserer Begegnung im Bürgerbahnhof geschrieben, die für mich eisig und schmerzhaft war. Im Grunde möchte ich die Beziehung mit Euch gar nicht beenden.
Wenn Ihr genau so empfindet, so würde ich mich Eure Rückmeldung freuen.
Lieben Gruß

Eine Rückmeldung habe ich leider nicht erhalten – weder eine negative noch eine positive.

Ich habe bewusst nicht angerufen, weil ich Schuldzuweisung befürchtet hätte. Damit hätte ich nicht umgehen können. In solchen Fällen schreibe ich meine Gedanken und Gefühle lieber nieder und schicke sie den betroffenen Menschen.

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