Ein seltsames Gefühl

Der Gedanke, dass ich nach meinem Tod von mir gar nichts mehr spüre, dass ich weder denken noch fühlen kann, dass ich weder mich noch andere wahrnehmen kann, erzeugt in mir schon ein sehr seltsames Gefühl. Das hieße dann ja auch, dass ich vor dem Tod keine Angst zu haben brauche, was durchaus sein mag. Aber vor dem Sterben habe ich schon große Angst. Lieber wäre mir da schon ein schneller Tod so etwa nach dem Motto „Abends entspannt einschlafen und morgens tot sein.“ Dann würde ich nicht leiden müssen und auch keinen Rückblick auf mein Leben halten (müssen) und voller Verzweiflung feststellen, dass es gar nicht so verlaufen ist, wie ich es mir immer vorgestellt habe.

Nach meinem Tod würde ich gerne schon noch ein wenig weiter „leben“, um mir mal all die Menschen zu betrachten, die ehrlich um mich trauern und auch die, die im Grunde genommen froh sind, dass ich endlich weg bin vom Fenster. Aber ob ich mir das dann wirklich noch wünschen würde – ich weiß es nicht. Wahrscheinlich wäre meine Enttäuschung dann zu groß und ich würde mich erstmal zurück ziehen, um meine Wunden zu lecken, so wie ich es schon von meinem Leben her gewohnt war.

Um ehrlich zu bleiben: Ich kenne zur Zeit keinen Menschen, von dem ich überzeugt wäre, dass er mich in meinem Sterben begleiten würde. Eine sehr beängstigende Vorstellung.

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