Ein Geständnis

Seit der Einführung der Hartz-Gesetze am 1. Januar 2005 bin ich erstmals allen seitdem herrschenden Bundesregierungen, allen Oppositionsparteien dieser Zeit und dem DGB dankbar, dass sie es mir ermöglicht haben, finanziell wieder besser da zu stehen. Die Höhe der staatlichen Unterstützung für Menschen, die den Arbeitgebern zu kompetent für qualifiziertes Arbeiten sind, hat es vielen dieser Menschen – zum Beispiel mir – möglich gemacht, Geld nicht nur zu sparen, sondern sogar zu horten. Und wie viele prominente und vermögende Vorbilder habe ich mir gesagt. „Warum sollte ich diese Ersparnisse anzeigen, wenn sie sich in einem Steuerparadies viel wohler fühlen?“ Darum habe ich mich in vielen Telefonaten und Reisen schlau gemacht und mich für ein Konto in einer bekannten Steueroase entschieden.

Bei all den Steuer-CDs und Verfolgung von Steuerflüchtigen haben sich bei mir das schlechte Gewissen gemeldet und die Angst vor Entdeckung. Darum gestehe ich hier frank und frei und sehr, sehr reumütig dieses Vergehen und hoffe – wie bei prominenten Steuerflüchtigen üblich – bei Steuerfahndung, Staatsanwaltschaft und Jobcenter auf einen fairen Deal, der mein bisheriges Leben in bescheidenem Wohlstand auch weiterhin ermöglicht.

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