Die langfristigen Folgen von Lehrermangel

Während meiner Jahre auf dem Gymnasium habe ich mich sehr für physikalische Hintergründe und Zusammenhänge interessiert. Aber wir hatten einen dauerhaften Mangel an Physiklehrern, so dass ich meine Neugier nie befriedigen konnte. Ich hätte mir sehr gewünscht, durch Experimente mein Wissen und meinen Spaß an der Physik zu vertiefen; doch das war mir nicht beschieden. So staune ich heute über viele physikalischen Vorgänge, ohne sie erklären zu können. Auch fehlt mir mittlerweile der geistige Zugang zu physikalischen Erscheinungen.

Das habe ich heute auf der Ausstellung Vom Urknall zum Weltall erlebt, als ich mir einen Vorgang erklären ließ. Es ging dabei um die Tatsache, dass wir von Radioaktivität umgeben sind. Das war mir nichts Neues. Aber die Erklärung des Physikers habe ich nicht verstanden bzw. verstehen können, weil mir wohl der grundsätzlich Ansatz zu physikalischem Denken fehlt.

Eine interaktive Ausstellung zum Mitmachen und Staunen bietet die Phänomenta Lüdenscheid, die ich mir jetzt wieder auf meine Museumsliste gesetzt habe. Bücher über Physik zu Lesen, wäre für mich, als würde ich ein Buch in Chinesisch lesen – ich würde nichts verstehen. Doch eine Ausstellung zum aktiven Mitmachen und Experimentieren ist nach meinem Geschmack, weil ich dabei Wissen mitnehmen kann.

Ein populärwissenschaftlicher Autor von Büchern über Physik (sein Name entzieht sich meinem Gedächtnis) hat einmal sinngemäß gesagt: `Ich weiß sehr viel. Aber auch ich stehe bei vielen physikalischen Erscheinungen mit großen, staunenden Augen da und weiß sie nicht zu erklären.`

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