Im Kopf geführte Gespräche

Manches Mal führe ich im Kopf Gespräche mit meinen Eltern, die schon seit vielen Jahren tot sind. Ich bitte sie dann meistens, sich im Himmel – wo sollten sie auch sonst sein [humorvoll-freundliches-Schmunzeln] – möglichst gar nicht zu streiten und friedvoll miteinander umzugehen, weil sie das Gegenteil in ihrem Erdenleben mehr als genug erlebt haben. Und dann kündige ich mich für nachmittags zu einem gemütlichen Beisammensein mit Kaffee und Kuchen an.

Ich habe immer noch die Vorstellung und den Wunsch, meine Eltern nach meinem Tod im Himmel wieder zu sehen und dort alle die Fehler zu vermeiden, die wir hier auf Erden gemacht haben. Die Vorstellung fällt mir schwer, dass das nur Wünsche sind und ich nach meinem Tod in jeglicher Hinsicht tot bin: weder ein Wiedersehen mit meinen Eltern noch ein Blick auf die Erde, um zu sehen, was aus den Menschen geworden ist und wie sich die Menschen entwickeln, die mir über den Tod hinaus wichtig sein werden.

Ich bin jetzt 62 Jahre jung (zumindest von meinem Denken und Fühlen) und habe meine biologische Mitte überschritten. Mit meinem Tod habe ich mich noch nie auseinander gesetzt und weiß auch gar nicht, wie ich das konstruktiv umsetzen könnte. Ein Gefühl ist jedoch hin und wieder stark vorhanden: die Angst vor meinem Tod. Wenn ich dieser Tage sterben würde, ich würde sehr unglücklich und voller seelischer und geistiger Schmerzen sterben.

Wie geht Ihr, liebe Leserinnen und Leser, mit diesem Thema für Euch um?

Advertisements