Ein authentisches Vorbild

Mein erstes authentisches Vorbild war Herr Meyer, mein langjähriger Klassenlehrer während meiner Schulzeit auf dem Konrad-Heresbach-Gymnasium in Mettmann. Er war nicht nur ein Mensch des Wortes, sondern auch ein Mensch der Tat. Er stand konsequent auch in Taten zu seinen Worten. Ihm habe ich geglaubt, ihm habe ich vertraut, er war für mich weniger Lehrer als vielmehr Mensch, von dem ich auch menschlich sehr viel lernen durfte.

Wenn ich mal wieder den Unterricht störte und Herr Meyer – er war ein sehr geduldiger Mensch – mich in meine Grenzen verwies, so habe ich das sofort umgesetzt, weil ich genau wusste, dass er andernfalls die angedrohte Konsequenz auch wahr machen würde. Bei einer anderen Gelegenheit hatte die Klassenkonferenz ihn als meinen Klassenlehrer beauftragt, meinen Eltern zu empfehlen, mich von der Schule zu nehmen, weil ich für die Schule nicht mehr tragbar sei. Er hat das auf eigenes Risiko nicht getan, weil er der Überzeugung war, das wäre der falscheste Schritt, den die Schule überhaupt gehen konnte. Dafür bin ich ihm heute noch dankbar. Erfahren habe ich davon erst Jahre später.

Sehr geehrter Herr Meyer, gleich an welcher „Anschrift“ Sie diese Worte erreichen: Ich möchte Ihnen ein herzliches Dankeschön sagen für die Jahre, die Sie mich mehr als Mensch denn als Lehrer durch mein Leben begleitet haben. Es war wunderbar für mich – auch wenn ich das damals noch nicht so empfunden habe -, Ihnen vertrauen zu dürfen und zu können.

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