Auch Mörder gehören mit 90 Jahren noch hinter Gitter

Die Vorermittlungen gegen etwa 50 mutmaßliche Nazi-Kriegsverbrecher durch die Zentrale Stelle zur Aufklärung nationalsozialistischer Verbrechen in Ludwigsburg zeigt – neben den zahlreichen NSU-Pannen -, dass Deutschland seine Geschichte auch fast 70 Jahre nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges noch nicht aufgearbeitet hat. Auch wenn die Verdächtigen mittlerweile alle um die 90 sind, so darf nicht wieder das geschehen, was in der Vergangenheit schon zu häufig geschehen ist: die Einstellung der Verfahren auf Grund der gesundheitlichen Einschränkungen von ehemaligen Nazi-Kriegsverbrechern.

Diese NS-Kriegsverbrecher und NS-Schergen mögen heute noch so krank und hinfällig sein, sie gehören für den Rest ihrer Jahre hinter Gitter ohne irgendwelche Vergünstigungen. Diese Männer haben Kinder, Männer und Frauen aus niederen Beweggründen zur Schlachtbank geführt und auch selbst geschlachtet. Sie hatten mit diesen von ihnen ermordeten Menschen nicht das geringste Mitleid und haben wahrscheinlich noch Freude über ihr Tun empfunden. Und selbst das Argument, sie würden ihre Taten heute „bereuen“ und sich dafür „entschuldigen“, wären nichts Anderes als blanke Lügen. Sie haben vorsätzlich gemordet und können sich auch nicht auf „Befehlsnotstand“ zurück ziehen.

Völkermord verjährt nicht. Und so gehören diese etwa 50 mutmaßlichen Nazi-Kriegsverbrecher auf die Anklagebank und im Falle ihrer Verurteilung ins Gefängnis – und selbst wenn sie dort den Rest ihres Lebens in Krankenbetten, Rollstühlen, unheilbar krank, von Medikamenten abhängig oder an Schläuchen verbringen müssten. Ihre mehr als eine Million Opfer im Konzentrationslager Auschwitz hatten es nicht „so gut“ – sie wurden in den Gaskammern grausam ermordet.

Advertisements