Welttag des Down-Syndroms

In einem früheren Blogeintrag habe ich mich zweifelnd zu Gedenktagen geäußert. Dem Grunde nach stehe ich auch heute noch voll und ganz zu meinen Äußerungen. Eine gewisse Änderung meiner Denkweise hat der heutige Welttag des Down-Syndroms in mir verursacht: Wir haben heute derart viele wichtige und unwichtige Gedenk- und Welttage, dass Welttage wie der heutige auch eine Erinnerungsfunktion haben – uns daran zu erinnern, dass es Menschen und Menschengruppen gibt, deren Schicksal wir immer wieder in unsere Köpfe holen sollten, weil wir in der Informationsflut der heutigen Welt zwangsweise Vieles verdrängen müssen.

Das Jahr hat 365 Tage und der heutige 21. März verzeichnet allein zehn solcher Tage. Doch brauchen wir diese bzw. solche Tage wirklich alle? Oder dient nicht vielmehr manch einer dieser Tage dem politischen und/oder wirtschaftlichen Marketing?

So ist beispielsweise der Antikriegs- bzw. Weltfriedenstag am 1. September ein überragend wichtiger Gedenktag, weil auch heute noch Regierungen in vielen Ländern unserer Mutter Erde Kriege gegen das eigene Volk führen (den Themenkomplex der Sozialkriege will ich hier außen vor lassen). Aber wenn die Katholische Militärseelsorge von Frieden spricht, so kann ich das nur als kaltblütigen Zynismus sehen – Militär hat noch nie in der Weltgeschichte Frieden erreicht, sondern immer nur Unterdrückung und Tote, die meisten davon Zivilisten.

Und einen der schlimmsten Gedenktage der vergangenen zehn Jahre möchte ich nicht unerwähnt lassen: Gestern jährte sich der Krieg der USA und ihrer Verbündeten zum zehnten Male. Es war und ist ein Krieg, der mit Lügen begonnen wurde und der das irakische Volk bis heute nicht hat zur Ruhe kommen lassen. Ein Krieg, den man ruhigen Gewissens als Massenmord in Regierungsauftrag bezeichnen kann. Mörder kommen allein schon für einen Mord lebenslänglich hinter Gittern. Aber die mächtigen Männer in der US-Regierung und ihre Hintermänner aus Banken, Industrie und Wirtschaft, die für diesen Massenmord verantwortlich sind, laufen auch heute noch frei herum.

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