Mein Winterschlaf

Nun gut – ein richtiger Winterschlaf ist es nicht, sonst würde ich diesen Artikel nicht schreiben. Doch schon seit einigen Wochen würde ich es gerne machen wie die Bären: mich einschneien lassen (auch wenn das mit dem Schnee nicht so richtig klappen würde), meine Bedürfnisse runter fahren und bis zum Frühjahr mich mal so echt ausschlafen. Und wenn dann die ersten Sonnenstrahlen mich durch die Schneedecke wärmen und meine Lebensgeister wieder erwecken würden, würde ich mich unter der Schneedecke recken und strecken, mich vom Schnee befreien, in die Sonne blinzeln, mich in die Senkrechte begeben und meine eingeschlafenen Glieder und Gelenke bewegen.

Doch die Bären sind mir da leider im Vorteil. Menschsein ist auch nicht immer das Gelbe vom Ei. Und so werde ich mich wohl noch einige Wochen im Schongang durch die nasse, kalte und düstere augenblickliche Winterzeit bewegen und auf die nächsten wärmenden und den Frühling ankündigenden Sonnenstrahlen warten. Nicht einmal zum Spazierengehen habe ich die rechte Lust, obwohl ich sehr gerne spazieren gehe – aber da spielen auch andere Gründe eine Rolle.

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