Jobcenter Solingen rüstet auf

Beim Lesen dieser Überschrift bekam ich schon Angst, dass ich mein Mittagessen in der Cafeteria der Arbeitsagentur Solingen nur noch genießen kann, nachdem ich zuvor durch drei Reihen schwer bewaffneter Polizei durchgewunken worden bin. Doch glücklicherweise ist dem nicht so! Es ändern sich nur einige Kleinigkeiten, die für die wenigen Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen des Jobcenters von Bedeutung sind, die immer noch nicht gelernt haben, wie gelebte Kundennähe in der Praxis aussieht. Aus meinen langjährigen Erfahrungen mit im Grunde allen meinen Betreuerinnen und Betreuern kann ich nur sagen, dass ich durchweg kooperativ betreut wurde und mich entsprechend verhalten habe.

Doch ist es denn wirklich nötig, dass jeder verbale Angriff künftig mit einer rechtlichen Konsequenz geahndet wird – auch wenn es sich so anhört, dass das eine Kann-Bestimmung ist? Ich hoffe doch sehr, dass in solchen Fällen auf den einzelnen Kunden eingegangen und dann entschieden wird. Als Kunde im Jobcenter bin ich immer in einer Oben-Unten-Situation: Der Jobcenter-Mitarbeiter steht auf Grund seiner Funktion nun mal „oben“ und ich als Kunde bin von seinem Wohl und Wehe abhängig und stehe somit „unten“. Da kann einem Kunden schon mal das Nervenkostüm reißen und es zu einer verbalen Beleidigung kommen. Das allein kann aber noch kein Grund sein, rechtliche Schritte gegen diesen Kunden einzuleiten. Wie diese aussehen sollen, will ich hier mal außen vor lassen.

Auch mir ist schon in verschiedenen Lebenssituationen mein Nervenkostüm gerissen und ich bin ausfallend und persönlich beleidigend geworden. Aber nachdem ich mich wieder beruhigt hatte – was auch schon mal einige Stunden gedauert hat -, bin ich auf die jeweils Betroffenen zugegangen und habe mich entschuldigt. Und bis heute ist jede Entschuldigung angenommen worden, weil meine Gegenüber mich für glaubwürdig gehalten haben.

In dem verlinkten Artikel steht zwar, dass verbale Attacken in den letzten Wochen nicht vorgekommen seien. Aber wenn sie vorkommen sollten, so wünsche ich den Mitarbeitern des Jobcenters die Fähigkeit der Einzelfallprüfung und den entsprechenden Kunden die Fähigkeit, sich entschuldigen zu können. Gerade in solchen Fällen wäre bei allen Betroffenen Starrsinn der allerschlechteste Berater.

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