Hilflosigkeit und Wut

Als mir mein Hausarzt das Medikament gegen meinen Bluthochdruck gab, sagte er mir gleich, die „Nebenwirkungen“ solle ich mal außen vor lassen. Diesen Hinweis gab er mir in dem Wissen, dass ich eine grundsätzliche Abneigung gegen Medikamente jeglicher Art habe. Aus meinen Erfahrungen schaden mir die meisten Medikamente mehr als dass sie mir helfen. Dieselbe Frage stelle ich mir jetzt auch bei meinem Bluthochdruck-Medikament. Ich habe mir mal die „Nebenwirkungen“ angesehen und bin erschrocken, dass es insgesamt 28 sind, die dann auch noch jeweils in weitere „Nebenwirkungen“ aufgeschlüsselt werden – ganz zu schweigen von den „Nebenwirkungen“, bei deren Auftreten man eine Notaufnahme oder einen Arzt aufsuchen soll. Und damit der Patient (in diesem Fall ich) noch weiter verwirrt wird, wird diese Menge von „Nebenwirkungen“ auch noch in Häufigkeiten aufgeteilt – als wenn alle Menschen gleich reagieren würden.

Nun ist mir schon klar, dass ich in diesem Fall ein Medikament einnehmen muss, um den Blutdruck ins Normalmaß zu bekommen. Aber ich halte es für Menschen verachtend, wenn die Pharmaindustrie Medikamente auf den Markt wirft, die einen Menschen noch kranker machen können (und es oft auch tun) als zu Beginn der Behandlung. Ich kann dieses Medikament nur mit einer großen Gleichgültigkeit mir selbst gegenüber einnehmen – einer Gleichgültigkeit, die für mich unnötigen Stress bedeutet. Ich hoffe, ich kann die Medikation bald wieder auslaufen lassen und durch natürliche Möglichkeiten ersetzen, die meinen Blutdruck dann ebenfalls auf gesunde Weise im Normalmaß halten.

Ich möchte mit zwei Anmerkungen schließen:
– Den Begriff Nebenwirkungen setze ich grundsätzlich in Anführungszeichen, weil viele der Nebenwirkungen behandlungsbedürftige Krankheiten sind, die erst durch Medikamente erzeugt werden. Da die Pharmaindustrie nicht für die Gesundheit der Menschen wirkt, sondern für ihre eigenen riesigen Gewinne, ist diese Verschleierung aus meiner Sicht als vorsätzlich zu bezeichnen.
– Ich persönlich benutze den beschönigenden Begriff Pharmaindustrie ganz und gar nicht gerne. Treffend nenne ich diese Organisation lieber staatlich lizenzierte Drogenmafia.

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