Was für ein Angang

Ich kann mich noch gut an die Zeiten erinnern, zu denen ich geradezu auf den Briefträger (so hießen die Briefzusteller früher) gewartet habe. Und nachdem ich die Post hoch geholt hatte, habe ich sie sofort geöffnet und bearbeitet. Das war für mich eine Selbstverständlichkeit. Ich konnte mir gar nicht vorstellen, dass das mal anders werden würde.

Und heute bzw. schon seit längerer Zeit? Es ist anders geworden. Post wandert in vielen Fällen erst mal auf den Schreibtisch oder die andere Ablage im Wohnzimmer (der „überflüssige“ Stuhl). Dort bleibt sie dann in der Regel einige Zeit liegen. „Einige Zeit“ ist leicht gesagt.

Heute bin ich diese Post mal durch gegangen, habe die Briefe der Rentenversicherung zur Kenntnis genommen und abgeheftet, habe eine bereits bezahlte Rechnung gefunden, die ich bei der Versicherung angemahnt hatte (das Doppel habe ich dann zerrissen) und kann nun wieder sammeln. Will ich aber nicht – ist zumindest mein Vorsatz.

Entwickelt hat sich diese Lustlosigkeit vor allem auf Grund der Tatsache, dass ich viel Post von der Arbeitsagentur bzw. Jobcenter erhalten habe – Post, die in den seltensten Fällen angenehm ist. Und die Briefe der Rentenversicherung erinnern mich nur daran, dass meine Rente mal um einige hundert Euro unter meinem aktuellen Arbeitslosengeld liegen wird.

Und die gute alte Schneckenpost ist leider auch von unpersönlichen Emails und noch unpersönlicheren SMS ersetzt worden – kein lieber Briefkartengruß mehr, kein persönlicher Brief (höchstens zum Geburtstag von ganz ganz wenigen Menschen).

Advertisements