Ein zu persönliches Blog?

Seit nunmehr über vier Jahren schreibe ich hier in meinem Gedankenbuch zu sehr vielen Themen aus sehr persönlicher Sicht und aus meinen Lebenserfahrungen heraus. Das reicht von der großen und kleinen Politik über allgemeine Erlebnisse bis hinein in meinen persönlichen Bereich Familie, Freundschaften, meine Einstellungen und Verhaltensweisen zu meinen Mitmenschen, ich in meiner Einzigartigkeit als Gerhard in dieser Welt und meiner unmittelbaren Umgebung.

Gerade bei meinen persönlichen, gefühlsmäßigen Artikeln gehe ich sehr offen und ehrlich mit meinen Gefühlen um. Es gibt Leserinnen und Leser, die das abschreckt oder denen das zu persönlich ist. Es gibt Leserinnen und Leser, die meine offene und ehrliche Umgangswesen mit meinem Seelenleben schätzen. Für mich ist diese Lebensweise nichts ungewöhnliches, weil ich sie schon seit meiner Jugend lebe. Dass ich damit oft auch angeeckt bin und anecke, gehört nun mal dazu – wir Menschen sind ja glücklicherweise alle Einzelpersönlichkeiten mit eigenen Charaktereigenschaften und Werten.

Ich will auch ganz und gar nicht „missionieren“, das liegt mir sehr fern. Ich möchte Denkanstöße geben und auch zum Diskutieren bzw. Kommentieren einladen. Es wäre mir auch sehr lieb, wenn ich dazu beitragen könnte, dass Persönliches häufiger auch als Öffentliches gesehen wird, weil wir in unseren Lebensmustern manches Mal gar nicht so weit voneinander entfernt sind. Persönliches wie Familie und das eigene Seelenleben sind oft auch schwer in Worte zu fassen – ich weiß das von mir. Und alles bis ins Feinste soll man/frau auch nicht öffentlich machen. Ein viel gesprochener Satz ist die Aussage: „Wenn einer von sich aus nichts von sich erzählt, frage ich auch nicht, weil er dann nicht über sich reden will.“ Doch was ist mit den Menschen, die einen kleinen Schubser von außen brauchen, weil sie gerne über ihr Seelenleben sprechen möchten, aber sich nicht trauen, weil sie misstrauen, weil sie niemand fragt? Das wird dann leicht als Teilnahmslosigkeit gedeutet. Ich mache in der Regel gute Erfahrungen, wenn ich eine persönliche Frage beispielsweise mit den Worten einleite: „Dürfte ich dich zu . . . etwas fragen? Oder ist dir das unangenehm?“ Das ist in vielen Fällen ein Einstieg in ein sehr persönliches Gespräch.

Wie ist das für Euch?
Wie weit würdet Ihr Eure ganz persönlichen (Seelen-)Erfahrungen öffentlich machen?
Inwiefern wäre Euch das unangenehm?
Wie seid Ihr beim Lesen meiner persönlichen Artikel berührt? Sprechen sie Euch überhaupt an?
Vergleicht Ihr meine persönlichen Erfahrungen mit Euren persönlichen Erfahrungen? Das wäre, was ich mit Denkanstößen meine.

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