Ein gebrochenes Versprechen

Nach dreizehn Monaten Kräfte zehrenden und bis an den Rand der Erschöpfung gehenden Wartens ist es nun amtlich: Mir wurde eine Stelle versprochen und das Versprechen wurde gebrochen.

Auf meine entsprechende Nachfrage bei meinem Jobcenter erhielt ich die folgende Antwort:

„Eine Förderanfrage von der Lebenshilfe ist im Oktober gestellt worden, meinerseits hat eine Rückmeldung stattgefunden, anschließend erfolgte keinerlei Reaktion.
Auf meine heutige Nachfrage bei der Lebenshilfe teilte man mir mit, dass die Stelle zu 99 % besetzt ist.“

Für mein Verständnis habe ich dann nochmals nachgefragt:

„Verstehe ich Sie richtig: Die Förderanfrage für mich wurde sozusagen „zurück genommen“ und ich bin bei der Lebenshilfe „aus dem Rennen“?“

und erhielt die klarstellende Antwort:

„Sehr geehrter Herr Hallstein,
leider sieht es wohl so aus.“

Ich kenne Josef Neumann schon seit vielen Jahren. Kennen gelernt habe ich ihn in seiner Zeit als Geschäftsführer der Gewerkschaft Öffentliche Dienste, Transport und Verkehr Solingen. Und ich habe ihn immer für einen authentischen Menschen gehalten. Im April 2001 wurde er Geschäftsführer bei der Lebenshilfe Solingen. Im letzten Quartal des Jahres 2009 habe ich ihn erstmals wegen eine Stelle bei der Lebenshilfe Solingen angesprochen. Im Januar 2010 sprach er mich an, ob ich an der Stelle im Empfang des neuen Lebenshilfegebäudes im Südpark Solingen interessiert sei. Nachdem ich dies begeistert bejaht hatte, versprach er mir diese Stelle. In der Zwischenzeit habe ich nach Rücksprache mit ihm immer wieder nach dem aktuellen Stand gefragt. Er vertröstete mich immer wieder mit den Worten, er würde mich informieren, wenn er „etwas Neues“ wüsste. Meine Bitte um einen Vorvertrag hat er abgelehnt. Da mich das Warten ohne konkrete Informationen sehr stark angespannt hat, sah ich keine andere Möglichkeit mehr als mich an das Jobcenter zu wenden – mit dem geschilderten Ergebnis.

Ich werde jetzt noch einige Zeit damit beschäftigt sein, diese herbe Enttäuschung zu verdauen. Und ich versuche immer wieder, bittere Erfahrungen bei den Menschen zu belassen, die sie mir zugefügt haben. Das ist gerade bei solchen Menschen mitunter sehr schwierig, weil diese Menschen in der Regel weder bereit noch fähig sind, Verantwortung für ihre schändlichen Taten zu übernehmen.

Äußerlich betrachtet hat sich an meinem Leben ja nichts verändert. Doch die Hoffnung stirbt zuletzt und so hatte ich bis zuletzt auch auf diese Stelle bei der Lebenshilfe gehofft. Innerlich jedoch bin ich enttäuscht, ausgebrannt und ausgelaugt.

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