Gedanken zum heutigen Antikriegstag

Alljährlich am 1. September wird in Deutschland der Antikriegstag begangen. Er erinnert an den Beginn des Zweiten Weltkrieges mit dem Überfall der Wehrmacht auf Polen am 1. September 1939. Die Initiative für diesen Gedenktag ging vom Deutschen Gewerkschaftsbund aus, der erstmals am 1. September 1957 unter dem Motto „Nie wieder Krieg“ zu Aktionen aufrief. Auf dem Bundeskongress des DGB 1966 wurde ein Antrag angenommen, „…alles Erdenkliche zu unternehmen, damit des 1. September in würdiger Form als eines Tages des Bekenntnisses für den Frieden und gegen den Krieg gedacht wird.“
Seit dem Kriegsende 1945 leben wir Deutsche in Frieden gegen den Feind von Außen. Doch im eigenen Land leben wir nicht in Frieden:
Mit den Hartz-Gesetzen wird den Menschen in unserem Land der Krieg erklärt und gegen sie geführt. Es geht schlichtweg nicht um angemessene sozialversicherungspflichtige Arbeitsplätze, von denen die Menschen auch leben können, sondern um Erniedrigung der Arbeitnehmer und in der Folge auch um die Erniedrigung ihrer Familien. Die Betroffenen können nicht in Frieden leben, weil sie sich oft an oder unter der Armutsgrenze bewegen müssen und damit von sehr vielen Annehmlichkeiten und Grundbedürfnissen des Lebens ausgeschlossen sind.
Mit dem Verkauf des Tafelsilbers an private, finanzkräftige Investoren stehlen sich die Volksvertreter aus ihrer Verantwortung. Irgendwann gibt es kein Tafelsilber mehr und die gesamte Einrichtung Öffentliche Verwaltung gehört den Privatinvestoren – einer Gruppe von Menschen, denen der Gewinn über Alles geht und der Mensch nichts wert ist.
Das wäre dasselbe, wie wenn Mieter ihre Miete nicht mehr zahlen könnten, nach und nach die Häuser ihrer Vermieter verkaufen würden, die dann schlussendlich ohne Einnahmen da stehen würden. In dieser Richtung werden bestimmte Menschen geschützt, wohingegen sie in der anderen Richtung den Wölfen zum Fraß vorgeworfen werden.
Allein diese zwei innenpolitischen Ausführungen zeigen, dass der Antikriegstag in seiner ursprünglichen Bedeutung heute zu kurz greift und erweitert werden muss um die sozialpolitischen Auseinandersetzungen im Inneren.
Der DGB hat vor einem halben Jahrhundert diesen Gedenktag initiiert. Und so würde es ihm sehr gut zu Gesichte stehen, diesen Gedenktag heute neu zu definieren und mit Leben zu füllen.

 
Und wir alle müssen erkennen, dass Arbeitnehmer und Arbeitslose zwar zwei Gruppen sind, aber nur gemeinsam – wie in einer Ehe oder einem Team – erfolgreich wirken können!

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