Gerhards Gedankenbuch

Von Anfang an schreibe ich mein Blog mit dem Ziel, mein Eingebundensein in dieser Gesellschaft kritisch aus meiner ureigenen persönlichen Sicht zu schildern und zu hinterfragen. Und ich bin mir auch darüber im Klaren, dass das nicht immer einfach ist. So merke ich beim Schreiben immer wieder, wie schwer es mir oft fällt, meine Gedanken und Gefühle in möglichst verständlicher Weise aufs Papier zu bringen. Es ist nun mal einfacher, über Sachen und andere Menschen zu schreiben als über sich selbst. Viele Menschen haben aus meiner Sicht schon Probleme (oder wollen es nicht), über sich selbst nachzudenken oder gar zu sprechen. Um wie viel schwieriger ist es da, sich mit den Gefühlen eines fremden Menschen auseinander zu setzen. Das meine ich vollkommen wertfrei!

Ich will (nicht nur) hier auch nicht überreden, ein wenig überzeugen allerdings schon. In allererster Linie will ich zum Nachdenken und Kommentieren anregen. Wobei das mit dem Kommentieren wieder eine Sache für sich ist (siehe oben).

Konstruktiv-kritische persönliche und Kommentare im Blog lassen mich zu der folgenden Überlegung kommen: Muss ich in meinem Blog eigentlich noch so viel (ein wenig wird bleiben) über meine Gedanken und Gefühle im Umgang mit meiner Hartz-IV-Problematik schreiben? Ich habe nämlich immer mehr das Gefühl, dass die meisten meiner Leserinnen und Leser ohnehin wissen, wie schwierig diese Situation für mich ist.

Zudem gibt es Seiten (siehe Banner über meinen Einträgen und in der Seitenleiste unter Empfehlenswerte Webseiten „Hartz IV – Nachrichten und Urteile“), die regelmäßig in sachlicher und informativer Art und Weise über dieses Thema berichten.

Dazu ergänzend die folgende Anmerkung zum Vorschlag, meine Lage einfach zu „akzeptieren“: Leben ohne Geld ist nunmal nicht möglich – zumindest kein lebenswertes Leben. Und ich kenne einige Langzeitarbeitslose (Hartz-IV-Betroffene), die genügend Geld haben zurück legen können, von dem der Staat nichts weiß und nichts erfahren wird. Und dann gibt es auch noch Langzeitarbeitslose, die so geschickt schwarz zu arbeiten wissen, ohne dass der Staat davon weiß oder erfahren wird. Beides trifft auf mich nicht zu (unabhängig davon, dass mir zum schwarz arbeiten die nötigen Nerven fehlen). Und mit dem nötigen „Kleingeld“ lässt es sich auch ohne sozialversicherungspflichtige Arbeit ganz gut leben.

Auch wenn aus meinen Einträgen häufig Resignation und Pessimismus durchscheint, so ist das nicht der rote Faden in meinem Leben bzw. meinem Blog. Mein roter Faden ist vielmehr Optimismus, Zuversicht und immer noch genügend aufbauende Energien.

Ein abschließendes Wort zum Thema „Selbstmord“ – nein, ich bin nicht Selbstmord gefährdet. Wenn ich das wäre, gäbe es dieses Blog mit Sicherheit nicht.

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