Meine Kraftquellen

Meine Kindheit bin ich „wohlbehütet“ mit vielen Büchern in der elterlichen Wohnung aufgewachsen. Mit anderen Kindern spielen habe ich nicht gekannt. Meine Eltern habe mich dazu auch nicht ermuntert. Und ich fand das ganz normal.

Als ich das erste Mal ins Leben außerhalb der elterlichen Wohnung getreten bin, war ich schon vierzehn. Das war die Zeit, in der ich lernte, den Wert von sozialen Kontakten zu erkennen und zu schätzen. Erst in meiner Gymnasialzeit begann ich mit meinen sozialen Aktivitäten – vielfältiges soziales und politisches Arbeiten und Kämpfen im Friedens-, Kultur-, Gewerkschafts- und Studentenbereich. Dieses erfolgreiche Wirken und die sozialen Kontakte bilden bis heute die Kraft und Stärke für meinen Optimismus und meine seelische und charakterliche Beständigkeit durch alle Krisen hindurch. Schon mehr als einmal bin ich ganz unten gewesen und habe die Sonne nur noch ahnen können; doch diese Kraft von „damals“ hat mir immer wieder geholfen, mich alleine und teilweise mit zwischenmenschlicher Hilfe wieder auf die Sonne zu zu bewegen und sie wieder in vollen Zügen genießen zu können.

Der nachhaltigste Einbruch in meiner Lebensgeschichte war meine Arbeitslosigkeit, die Ende 1990 begann und von der ich nicht im Traum ahnte oder mir gar vorstellen konnte, dass sie bis heute andauert. Ich habe mich intensiv um einen Wiedereinstieg ins Berufsleben bemüht. Jede befristete Tätigkeit – auch die bei den modernen Sklavenhaltern (genannt Zeitarbeit) – hat in mir neue Hoffnung keimen lassen und wurde immer wieder grausam zerstört. Dennoch bin und werde ich an dieser Lage weder verzweifeln noch zu Grunde gehen. Die Erfahrungen meiner Jugend, mein schon immer bewusstes Leben, meine „professionelle“ Zuversicht, die Erfahrungen von wenigen, aber umso zuverlässigeren Freundschaften tragen auch noch heute wesentlich zu meinem Lebensmut bei. Und auch wenn dieser Mut manchmal gegen Null tendiert, er kommt mit meiner tatkräftigen Unterstützung und meinen nie versiegenden positiven Energien immer wieder zurück.

Meine sozialen Kontakte sind heute nur noch sehr gering – vor allem bedingt durch meine lange Arbeitslosigkeit. Mein bewusstes Leben und meine positiven Energien nähre ich heute auf verschiedenen Wegen: Aus der mir innewohnenden Kraft. Aus der Kraft der Sonne. Aus den Energiefeldern der Natur. Aus der Achtung, Zuneigung und Loyalität mir wertvoller Menschen. Aus Büchern. Aus meinen Blogeinträgen. Aus der täglichen Tasse Kaffee in meinem Lieblingscafé und dem Lesen der Tagespresse. Aus dem bewussten Wahrnehmen meiner Umwelt.

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