Kritisches Denken, Hinterfragen und Pessimismus

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Kritisches Denken und das Hinterfragen von Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft wird nur von wenigen Menschen gepflegt. Und so kommt es, das viele Menschen kritisches Denken, Hinterfragen und zusammenhängendes Denken als Pessimismus abtun und sich in der Regel auch nicht mit diesen Menschen auseinandersetzen. Und so sehen sich diese Menschen oft dem abwertenden Vorwurf ausgesetzt, sie seien Pessimisten – und das zu Unrecht.

Das Gute in dieser Welt ist oft nicht so groß wie das Schlechte und muss deshalb manches Mal mühsam gesucht werden. Und damit meine ich keineswegs die Menschen unter uns, die nur Spaß haben, oberflächliche Gespräche führen und abfeiern wollen (und das sind nicht nur junge Menschen), sondern die Menschen, die sich bemühen, sowohl das Gute wie das Schlechte zu sehen und beides in ein möglichst angenehmes Gleichgewicht zu bringen. Die Welt und unser Leben bestehen nun mal aus Gegensätzen: Wohl niemand wird einem Menschen vorwerfen, Pessimist zu sein, der leicht friert und sich über jeden Sonnenstrahl freut.

Wenn ich Hartz IV als eine durch und durch miese Sache sehe und empfinde, so kann mich ernsthaft niemand pessimistisch nennen, weil ich zu den Millionen Menschen zähle, die hier nun mal nicht auf der Sonnenseite des Lebens stehen. Und wenn ich mir nur die Tatsache hinzuziehe, dass an den Hartz-Leistungen genauso großzügig gespart wird wie die Subventionen für Konzerne bzw. deren kriminelle Manager mehr als großzügig zum Fenster hinaus geworfen werden, so kann ich das nur als menschen verachtende Ausbeutung im erfolgreichen Zusammenspiel von Politikern und den hinter ihnen stehenden Prominenten und Managern betrachten und empfinden.

Mich nach 18 Jahren Arbeitslosigkeit, einer erfolgreichen Umschulung und mehreren 1.000 Absagen als Pessimist abzutun, nur weil ich von meiner Suche nach einem Leben in Arbeit und Einkommen losgelassen habe, ist vermessen und zeugt von Denken mit Scheuklappen. Ein solches Leben anzunehmen und zu managen beweist vielmehr meinen Optimismus und meine geistige wie seelische Beweglichkeit und meinen Lebensmut.

Kritisches Hinterfragen, Schlechtes als schlecht zu bezeichnen und Tabuisiertes, nicht so gern Wahrgenommenes offen auszusprechen, beweist ein hohes Maß an Optimismus, weil ehrliche und offen gesprochene Worte von mir zu verantworten sind und auch verantwortet werden. Mir nahe stehende und mich schätzende Menschen werden das bestätigen können.

Mein Denken, Fühlen und Handeln sind das Ergebnis – man kann es auch Weisheit nennen – der von mir zurück gelegten Wege. Diese Wege waren und sind selten gerade, sondern meistens gekrümmt und mit manchen Umwegen. Und auf diesen Wegen habe ich so manches Schöne erlebt und für mein Leben mitgenommen.

Ich bin Optimist – und welcher Pessimist möchte schon 115 Jahre jung werden?

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