Michael Jackson und die öffentliche Trauer

http://www.humyo.de/E/9572519-740251133

Man mag zu Michael Jackson stehen wie man will und man mag seinen Tod betrauern – das will ich gar nicht werten. Doch ich möchte bei dieser Gelegenheit fragen, wer trauert denn öffentlich um die Menschen, denen „Dank“ der Hartz-Gesetze die Butter fürs Brot fehlt und die oft langsam und von der Öffentlichkeit unbeachtet seelisch und körperlich sterben? Sind diese Menschen die akzeptierten Opfer in unserer Leistungsgesellschaft, denen die öffentliche Achtung gnadenlos entzogen werden darf?

Und was ist mit den Millionen hungernden Menschen in dieser Welt, die keinen berühmten Namen haben und von denen Tag für Tag Tausende sterben, ohne dass wir sie überhaupt wahrnehmen? Ist ihr Überlebenskampf nichts wert? Gilt ihr fortwährender Kampf ums Überleben so ganz und gar nichts?

Die Zeilen aus der „Dreigroschenoper“ von Bertolt Brecht
Und die einen sind im Dunkeln.
Und die andern sind im Licht.
Und man siehet die im Lichte.
Die im Dunkeln sieht man nicht.
sind vor 81 Jahren geschrieben worden und haben von ihrer Aktualität nichts eingebüßt.

Darum gedenke ich nicht der prominenten Toten mit ihren großen Trauergemeinden, sondern ich gedenke der vielen Tausend Menschen, die täglich im Verborgenen sterben.

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