Das Drehbuch meines Lebens überarbeiten

So manches Mal habe ich das Bedürfnis, das Drehbuch meines Lebens – das ich selbst eigenverantwortlich geschrieben habe – an vielen Stellen zu überarbeiten und an den meisten Stellen so zu belassen wie es nun mal ist.

So würde ich meinen beruflichen Weg an einigen Stellen überarbeiten, ohne damit sagen zu wollen, dass ich für die Dauer meiner Arbeitslosigkeit verantwortlich bin – da sehe ich nach wie die Arbeitgeber in der Pflicht. An meiner Arbeitslosigkeit bin ich ohne Zweifel mitverantwortlich. Und in diesen Punkten würde ich mein Drehbuch gerne umschreiben, allein schon aus der Tatsache heraus, dass einige dieser Punkte in der langfristigen Folge zu meinem Ausschluss vom gesellschaftlichen Leben bis hinein ins Private geführt haben.

Meinen privaten (zwischenmenschlichen) Weg würde ich weitestgehend im Drehbuch belassen. Hier würde ich „lediglich“ einige Denk- und Verhaltensweisen überdenken und berichtigen.

Mal angenommen, es wäre mir tatsächlich möglich, das Drehbuch meines Lebens beliebig umzuschreiben – was würde das bedeuten? Damit wäre ich ein Mensch ohne jede eigene Persönlichkeit: Immer wenn ich zu bestimmten Fehlern nicht mehr stehen kann oder will, würde ich sie unter den Teppich kehren, meine Rolle neu bestimmen und mit Sicherheit in den nächsten Fehler hinein geraten. Nicht nur würde ich allmählich den Bezug zu mir selbst verlieren, sondern auch meine Mitmenschen würden mich gar nicht mehr einzuschätzen wissen. Jegliche persönliche, charakterliche Persönlichkeit würde ich mir damit zerstören.

So verständlich – vielleicht auch für einige von Euch – diese Wünsche auch sein mögen: Ich ziehe es vor, zu meinem Leben so wie es gelaufen ist und wie es heute ist zu stehen und zu versuchen, mein zukünftiges Drehbuch kreativ zu gestalten – soweit es denn umsetzbar ist. Denn es heißt doch so weise Einen alten Baum verpflanzt man nicht. Aber man kann ihn pflegen und zugleich so annehmen, wie er ist.

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