Handschriftliche Grüße

Gerade zu meinem Geburtstag und zu Weihnachten ist mir wieder aufgefallen, dass die Menschen aussterben, die sich noch die Mühe machen, handgeschriebene Grüße zu versenden. Dieses Jahr habe ich nur drei bekommen. Im Zeitalter von Internet und SMS ist es geradezu bequem, mal eben zwischen Hände waschen und Kaffee aufsetzen eine Email bzw. SMS zu schreiben. Selbst wenn einem ein Geburtstag fast schon zu spät einfällt, kann man abends mit einer Email immer noch so tun, als wäre einem der Mensch wichtig, der Geburtstag hat.

Mache ich mir jedoch die Mühe (und ich gehöre noch dazu), einem mir wichtigen Menschen zum Geburtstag (es kann auch ein anderer besonderer Tag oder ein Gruß Ich denke an Dich sein) zu schreiben, so habe ich mir seinen Geburtstag aufgeschrieben, kaufe spätestens eine Woche vorher eine Briefkarte, die vom Motiv her aus meiner Sicht zu diesem Menschen passen könnte, überlege mir einen persönlichen Text, schreibe diesen mit Hand, schreibe Empfänger und Absender auf den Briefumschlag, versehe ihn mit einer Briefmarke und werfe ihn einen Tag vorher in den Briefkasten. Das macht zwar alles mehr Mühe – was bei einer Email oder SMS noch lange nicht der Fall ist -, und es kostet für jeden Gruß etwa drei Euro; aber das sind mir diese Menschen auch wert!

Mit einem Menschen, der mir in meinem Leben sehr viel bedeutet hat, habe ich auch während unserer Freundschaft noch solche handschriftlichen Grüße ausgetauscht, obwohl wir uns in der Regel noch vor dem Eingang der Briefgrüße wieder gesehen haben – auch ein Stück gegenseitige Achtung und Herzenswärme.

Es ist schon seltsam: Trotz der Daten, die übers Internet von uns allen gesammelt werden (Stichpunkte: BKA-Gesetz, Gesundheitskarte, Google u.a.) geben sehr viele Internetanwender dort ihre persönlichen Daten kritiklos preis, sind im unmittelbaren Kontakt aber äußerst vorsichtig mit ihren persönlichen Daten.

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