Türen

Verschlossene Türen können Menschen daran hindern, ein Haus zu betreten. Eine geöffnete Tür lädt den Besucher ein, das Haus zu betreten und sich wohl zu fühlen. Eine leicht geöffnete Tür macht neugierig auf die Räumlichkeiten dahinter. Eine leicht geöffnete Tür lässt mich erst anklopfen, bevor ich eintrete. Und wenn mich niemand herein bittet, öffne ich sie vorsichtig.

Auch Menschen haben Türen:

Der verschlossene Mensch möchte – aus welchen Gründen auch immer – für sich sein und lässt seine Mitmenschen gar nicht oder nur schwer an sich heran. Vielleicht hat er ja auch Angst und will sagen Bitte öffne meine Türe.

Der offene Mensch zeigt seine Gefühle, äußert ungezwungen seine Gedanken und hat Interesse an den Gedanken und Gefühlen seiner Mitmenschen.

Der „leicht geöffnete“ Mensch verschließt sich seinen Mitmenschen nicht, öffnet sich ihnen aber auch nicht so schnell – er ist vorsichtig suchend. Vielleicht sucht er nach seiner Türe und nach der Türe seines Gegenübers.

Eine Türe in einer Mauer – leicht geöffnet. Davor ein blühender Garten, durch den Spalt der Türe sieht man eine satt grüne Wiese. Doch was verbirgt sich hinter der Türe noch? Ein verwilderter Garten? Gestorbene Natur? Ein ebenso farbenfroher Garten wie vor der Mauer? Oder eine Welt mit Widersprüchen – wilder und geordneter Garten mit ein paar Bänken, die zum Verweilen einladen, einem nicht mehr ganz so frischen Gartenhäuschen? Vielleicht lebt dort ein Mensch oder mehrere Menschen, die die Menschen von der „anderen“ Seite einladen wollen, die leicht geöffnete Türe ganz zu öffnen und ihr Leben mit ihnen zu teilen?

Was auch immer es sei – es ist weniger ein Wagnis als ein lohnenswertes Abenteuer, diese Türe zu öffnen, in eine erweiterte Welt einzutauchen und das Neue zu bestaunen und zu genießen.

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