Einseitige Sichtweise

Der Begriff Powerfrau ist mir geläufig; doch von einem Powermann habe ich noch nicht gehört. Das liegt wohl daran, dass auch heute noch fälschlicherweise die Frauen als das schwache und die Männer als das starke Geschlecht gesehen werden. Ich glaube, dass dieser Begriff häufig einseitig und verherrlichend benutzt wird:

Es kann doch nicht sein, dass eine Frau nur deshalb eine Powerfrau ist, weil sie erfolgreich im Beruf ist, zudem ihren Beruf liebt und in ihrer Freizeit so viele Aktivitäten pflegt, dass ich mich frage, wann eine derartige Frau denn zum Schlafen kommt? Oder brauchen Powerfrauen keinen Schlaf? Ich gestehe diesen Frauen durchaus den Begriff Powerfrau zu.

Doch für mich sind die vielen allein stehenden Frauen, die ihre Kinder ins Leben begleiten, nur von Arbeitslosengeld II leben und tagtäglich ums nackte Überleben für sich und ihre Kinder kämpfen müssen, ebenfalls Powerfrauen!

Wir leben in einer Leistungsgesellschaft, die Leistung nur dann anerkennt, wenn wirtschaftlicher Gewinn gemacht wird. Menschlicher Gewinn – das Ergebnis tagtäglichen und in den meisten Fällen erfolgreichen Kämpfens – wird nicht gesehen.

Darum werde ich aus eigenem Erleben und tiefster Überzeugung nicht müde werden, mich dafür einzusetzen, dass auch der menschliche Gewinn als das angesehen und anerkannt wird, was er ist – Leistung.

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