Mensch und Natur

Die Natur war in den Jahrmillionen ihres Bestehens vielfältigen Veränderungen ausgesetzt. Doch sie konnte sich immer wieder erholen, weil sie genügend Zeit zur Verfügung hatte.

Erst seit dem Eingreifen des Menschen in diese Veränderungen kommt die Erde immer weniger dazu, sich wieder zu erholen: Die von uns verursachte Erderwärmung lässt die Gletscher immer schneller schmelzen, die Meere ansteigen und überflutete Städte zur Gewohnheit werden. Durch die Vernichtung der Regenwälder können die Niederschläge nicht mehr aufgesaugt und gespeichert werden und fließen ungehindert zu Tal. Die zunehmende Erdbevölkerung lässt Riesen-Städte (Mega-Cities) entstehen. Dafür wird weitere Natur zerstört, die wir zum Leben dringend brauchen.

Die massivsten von uns verschuldeten Zerstörungen fügen wir der Natur durch all die sinnlosen und durch nichts zu rechtfertigenden Kriege zu – beispielsweise die Vernichtung riesiger Waldgebiete im Vietnam-Krieg durch Agent Orange, die dauerhafte Vernichtung wertvoller Kulturschätze durch die Taliban in Afghanistan oder die Trockenlegung des Mesopotamischen Marschlandes – der fruchtbarsten Sumpfgebiete des Nahen Osten – durch Saddam Hussein.

Die meisten der Zerstörungen haben wir der Natur in den letzten 50 Jahren zugefügt – erdgeschichtlich eine milliardstel Sekunde. Und viele Narben werden noch in Millionen Jahren an diese Zerstörungen erinnern.

Wird sich die Erde von den Schlägen des Menschen wieder erholen können? Sicherlich nur zu einem Teil, einem lohnenswerten Teil. Wir Menschen haben die Macht und die Fähigkeiten, unsere Welt zu zerstören. Und wir haben die Kreativität und das Wissen, dieser unserer Welt, unserer Natur, unserer Lebensgrundlage genauso massiv zu helfen, sich wieder zu erholen.

Wenn wir glauben, die Natur sei zerbrechlich, dann irren wir uns. Die Natur ist zäh. Wir Menschen, wir sind zerbrechlich.

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