Die vorgetäuschte Angst vor der Linken

Die im Bundestag vertretenen Parteien werden derzeit nicht müde, vor der neuen „Gefahr aus dem Osten“ zu warnen – der Linken in unserem Land. Und das ist in gewisser Weise auch verständlich, weil sich die Politiker noch nie ihrer Verantwortung gestellt haben, sondern mit dem Finger immer auf die Anderen weisen. Sie sind weder willens noch imstande zuzugeben, dass sie auf der ganzen Linie versagt haben:

Sozialabbau im großen Stil wie das Hartz IV-Armutsprogramm, Rentenkürzungen, Schließung von Bädern und Sportstätten, Abbau der Leistungen der Gesetzlichen Krankenkassen, Privatisierung von öffentlichen Einrichtungen und Leistungen – um hier nur einige Punkte aus diesem Paket des Abbaus sozialer Verantwortung zu benennen.

Da die genannten Parteien nicht die Zivilcourage aufbringen, zu diesen – nach meiner Rechtsauffassung kriminellen – Taten zu stehen, lenken sie davon ab, indem sie uns weismachen wollen, all dies würden die Linken beabsichtigen. Hier fällt mir der bekannte Spruch ein, dass ein Dieb, der beim Stehlen erwischt wird, ganz laut schreit Haltet den Dieb! – dabei aber nicht auf sich zeigt, sondern auf Unbeteiligte.

Zudem gehen die im Bundestag vertretenen Parteien sogar hin und wollen – sozial, christlich und demokratisch wie sie nun mal sind – die Wahlgesetze so ändern, dass die Linke außen vor bleibt und sie weiter unter sich. Es ist nun mal nicht jeder im erlauchten Club willkommen – kaum auszudenken, wo wir da hin kämen.

Wie gefährlich sind denn nun die Linken? Gar nicht! Solange sie weder an der Macht sind noch irgend Etwas mit entscheiden dürfen, können sie sozial tönen soviel sie wollen. Sie können immer wieder sagen, sie wollten ja das Gute, nur würden die Anderen immer wieder entgegen ihrer Auffassung das Böse tun.

Wenn es denn die Linke irgendwann doch noch in den Bundestag schaffen sollte, so würden sie sich – davon bin ich felsenfest überzeugt – genau so entwickeln wie die Grünen: nämlich vom Paulus zum Saulus.

Begriffe wie christlich, sozialdemokratisch oder grün in den Parteinamen sind inhaltsleere Worte. Würden die Parteien ihren Namen gemäß handeln, gäbe es wesentlich mehr sozialen Frieden und Zufriedenheit in unserem Land als es sich die meisten von uns vorstellen können.

Doch die große Koalition aus Wirtschafts- und Politführern und die unbekannten Strippenzieher im dunklen Hintergrund bestimmen gegen die wirklich große Mehrheit in diesem Land, was in Wirtschaft, Politik und im Leben des einfachen Menschen wichtig ist und zu geschehen hat.

Man kann sich zurückziehen und nichts hören, nichts sehen und nichts sagen. Aber man kann sich auch – im Kleinen wie im Großen – dagegen wehren. Das wäre dann natürlich der schwierigere Weg.

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