Arbeitslose, Beschäftigte und Gewerkschaften gemeinsam gegen Sozialabbau

In verschiedenen Beiträgen habe ich bisher die fehlende Solidarität zwischen Arbeitnehmern und Arbeitslosen angeprangert und die Rolle, die die DGB-Gewerkschaften dabei spielen. Ich möchte es dabei jedoch nicht belassen und habe mir mal dazu einige Gedanken gemacht:

Welches Unternehmen – so meine erste Frage – beschäftigt sich am intensivsten mit den Arbeitslosen und ihrer Situation? Das sind die Arbeitsagenturen und ihre Argen (im Weiteren kurz Agenturen genannt). Da würde es doch bestimmt sinnvoll sein, hier anzusetzen. Aus meinen eigenen Erfahrungen gehe ich davon aus, dass die meisten Agenturen und ihre Kunden (die Arbeitslosen) ein kooperatives Miteinander pflegen. Daher bin ich davon überzeugt, dass an dieser Schnittstelle das Verständnis für die Probleme des jeweils anderen und die sich überschneidenden gemeinsamen Belange am ehesten heraus zu arbeiten sind. Als Bindeglied im organisatorischen Rahmen könnte die Gewerkschaft ver.di tätig sein, die sowohl die Interessen ihrer arbeitslosen Mitglieder vertritt wie auch in den Personalräten der Agenturen die Interessen der dort Beschäftigten.

Mir schwebt da eine stundenweise gemeinsame Aktion von ver.di, Agenturbeschäftigten und arbeitslosen Menschen vor, die vor und in ihrer Agentur ihre jeweilige Situation schildern und in einer abschließenden Podiumsdiskussion oder in Gruppen versuchen, gemeinsame Interessen heraus zu arbeiten, ohne die unvereinbaren Interessen zu verschweigen. Moderiert werden könnte diese Aktion, die natürlich öffentlichkeitswirksam stattfinden müsste, von einem Presse- oder Gewerkschaftsvertreter.

Als absolutem und konsequentem Gegner der Hartz-Gesetze wäre es mir persönlich auch wichtig, die folgenden Fragen in diese Aktion einzubeziehen:
Für wie dringend wird die Abschaffung der Hartz-Gesetze eingestuft?
Wie sollte eine menschenfreundliche Gesetzgebung für die Betroffenen gestaltet werden?
Wie kann der Übergang kreativ verwirklicht werden?
Welche Möglichkeiten haben wir – Arbeitslose, Agenturbeschäftigte, ver.di -, das politisch durch- und umzusetzen?

Es wird mit Sicherheit ein schwieriger Weg werden, aber ein Weg, der sich für alle Beteiligten sehr lohnen wird und den Kampf wert ist. Und wenn diese Gruppen erstmal beständig und konsequent diesen Weg gehen, werden andere Beschäftigten- und Bevölkerungsgruppen und andere Gewerkschaften sich uns mit ihren Ideen anschließen und gemeinsam diesen wichtigsten Weg unserer Zeit – den Weg gegen den immer weiter fortschreitenden Sozialabbau – gehen. Und die vielen Steinen auf diesem Weg werden wir gemeinsam schon beseitigen.

Damit diese Gedanken nicht im Nirwana der Kommunikation verloren gehen, habe ich diesen Beitrag auch meiner Gewerkschaft mit der Bitte zur Verfügung gestellt zu überlegen, ob hier lokal und regional nicht ein Einstieg möglich wäre.

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